Am 7. August 2018 fand zweite gemeinsame Webinar von BVL und CHAINSTEP statt – Titel „Erste Schritte zur Umsetzung“. Nach einer kurzen Einführung in die Blockchain Technologie liegt der Schwerpunkt der Präsentation auf drei wesentlichen Schritten bei Umsetzung eines Blockchain-basierten Projektes:

  • Hauptmotivation festlegen
  • Use Case herausarbeiten
  • Technische Implementierung

Im Anschluß folgt eine kurze Analyse zum Status der Blockchain-basierten Projekte im Bereich SCM-/Transportlogistik. Aktuell sind die meisten Projekte durch Marktführer initiiert, gefolgt von infrastrukturellen Projekten (Technik bzw. Plattform). Derzeit gewinnen Konsortium-Ansätze an Bedeutung, hierbei nimmt die Relevanz von öffentlichen Blockchains zu. Gründe hierfür sind das Interesse an dezentralen Governance-Modellen und an Token-basierten Geschäftsmodellen.

Untenstehend sind die YouTube-Aufzeichnung und die Präsentation verlinkt.

Es war ein gelungenes Experiment: erstmals wurde im Rahmen der IT-Strategietage Hamburg eine Blockchain MasterClass ausgerichtet. Der Zuspruch war enorm – auf Grund einer erheblichen Überbuchung musste der Teilnehmer-Raum zweimal ausgebaut werden. Und die teilnehmenden IT-Verantwortlichen repräsentierten ein beeindruckendes Spektrum von Branchen: so waren u.a. Automobilbranche, Finanz-, Medien und Immobilienwirtschaft, Medizinwesen, Handel und Transportlogistik vertreten.

Nach einem kurzen Einführungsvortrag von Frank Bolten mit Fokus auf das Spannungsfeld zwischen „public“ und „private“ Blockchains, den faszinierenden Möglichkeiten der Token-Ökonomie und einer Übersicht über Methoden, mit deren Hilfe sinnvolle Blockchain-basierende Use Cases herausgearbeitet werden können, ging es um technische Aspekte.

Hierbei gab Volker Skwarek, Professor an der HAW Hamburg und „Technical Advisor CHAINSTEP“, zunächst eine kompakte Erläuterung wodurch Blockchain technisch gekennzeichnet sind. Anschließend ging er auf Smart Contracts ein. Ein wesentlicher Punkt war hierbei die Erläuterung von Entscheidungskriterien, wann Smart Contracts eingesetzt werden sollten. Hier konzentrierte sich Volker Skwarek sich vor allem auf Industrie 4.0 Anwendungen. Abschließend zeigte er an einem Live-Beispiel, wie ein Smart Contract auf einer Blockchain arbeitet. Die zahlreichen Diskussionsbeiträge im Anschluss verdeutlichten, welchen Stellenwert die Thematik derzeit hat.

Der dritte Part wurde von Sebastian Beyer, Produktmanager von CERTVATION, gestaltet. Auf den Punkt hatte das Spin-off der ROSEN Gruppe den Service „BEC“ (Blockchain Ensured Certificates) fertiggestellt. Auf der Blockchain MasterClass feierte der BEC Service, der mit der Unterstützung von CHAINSTEP entwickelt wurde, somit seine Weltpremiere. Weitere Informationen zum BEC Service in einem separaten Blogbeitrag hier.

Alle drei auf der MasterClass gezeigten Präsentationen sind unten verlinkt.

 

Ende Juni präsentierte sich das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte „Innovationsforum Blockchain“ mit einer Abendveranstaltung zum Thema „Blockchain und Banking“ erstmals der Öffentlichkeit. Moderiert wurde der Abend von Frank Bolten, CHAINSTEP Managing Partner.

In den Räumlichkeiten der Rechtsanwalts- und Steuerberatungsfirma CMS Hasche Sigle in Hamburg hatten sich knapp 80 Interessierte eingefunden. Eröffnet wurde der Abend von Dr. Jan C. Rode, Projektleiter beim Innovationsforum und bei CHAINSTEP für Marketing und Kommunikation verantwortlich, ehe Bolten die Moderation übernahm.

Moritz Gerdes von der comdirect Bank referierte zu Beginn der insgesamt gelungenen Premiere zu Blockchain-basierten Innovationen und Zukunftsszenarien für die Finanzbranche. comdirekt selbst arbeitet an einem Blockchain-Usecase für Peer-to-Peer Trading von CFDs mit Risikobegrenzung. Teilnehmer können Finanzkontrakte selbst emittieren und ohne Intermediär untereinander direkt handeln. Der erste Test lief auf Ethereum, was sich jedoch für diesen Case als noch nicht perfomant genug erwies, die zweite Testreihe wird über die von Linux und IBM unterstützte Hyperledger-Blockchain abgewickelt. „Durch ihre besondere Eigenschaften ist die Blockchain-Technologie für den Einsatz in der Finanzbranche prädestiniert. In der Theorie ließen sich durch die verbesserte Sicherheitsarchitektur operative Prozesse vereinfachen, dennoch sind noch einige regulatorische Hürden zu überwinden“, resümierte der Innovation Manager.

Dr. Jörn Heckmann, Gastgeber und Senior Associate bei CMS, sprach zum Thema Smart Contracts. Dahinter verbergen sich keine Verträge im eigentlichen Sinne, sondern automatisch und bisher nicht stoppbare Programme, die aber rechtliche Folgen hervorrufen können (wenn bsp. das Leasingunternehmen die Zündung bei ausbleibenden Leasingraten fürs Auto blockiert). Hier agieren die Vertragsgeber als Judikative (Vertragsersteller) und Exekutive (im Schadensfall) zugleich – etwas, was wir in unserer Gesellschaft bewusst trennen und einen ersten Fingerzeig hinsichtlich möglicher Regulierungen innerhalb der Blockchain-Welt gibt. „Allerdings sind Smart Contracts der logische nächste Schritt in einer Welt, in der Verträge digitalisiert und automatisiert werden“, so Heckmann.

Prof. Dr. Philipp Sandner leitet das Frankfurt School Blockchain Center an der Frankfurt School of Finance & Management und beleuchtete in seinem Vortrag die Effizienz unseres aktuellen Zahlungssystems vor der Folie der immer populärer werdenden Blockchain-Technologie. Startups nehmen in Initial Coin Offerings (ICO; Pendant an der Börse: IPO) immer schneller immer höhere Summen ein – teilweise nur für Konzepte und noch nicht mal für funktionierende Prototypen. „Dennoch müssen sich Banken und andere Intermediäre Gedanken zu ihrem Geschäftsmodell machen, wenn sie Teil der Entwicklung bleiben möchten“, bilanzierte der Blockchain-Experte.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch ein kurzes Panel mit Moderator Bolten und allen drei Gästen, ehe Buffet und Networking nach knapp 2,5h eröffnet wurden.

Hier geht es zum Nachbericht vom Innovationsforum (inklusive Videos der Vorträge.)

Digitalisierung – das Schlüsselwort auf der Hannover Messe Industrie (HMI) im Jahre 2017. Die Aufbruchstimmung, durch dieses Zauberwort ausgelöst, war überall zu spüren – Prozessinnovationen und neue Geschäftsmodellansätze fast jeder Ecke. Dies steigerte natürlich die Erwartungshaltung an „HMI&Blockchain“. Aber: Enttäuschung. Gerade mal drei Einträge wiesen nach dem Ausstellerverzeichnis „Blockchain“ als präsentierte Technologie aus:

  1. ZF zeigte das mit UBS und Innogy entwickelte eWallet, durch das der PKW zur Brieftasche wird und automatisch Maut- oder Parkgebühren bezahlen kann. Hier geht es zu einem Video, das anlässlich der Premiere des Konzepts auf der CES in Vegas gezeigt wurde.
  2. Und auch unsere Nachbarn waren in Sachen Blockchain auf der HMI aktiv. Prof. Egbert-Jan Sol, CTO der holländischen TNO Industry, präsentierte mit seinem Team die vielfältigen Aktivitäten, die in den Niederlanden hinsichtlich Blockchain bereits stattfinden. Vor allem die Bereiche SCM und Identität stehen hier im Fokus.
  3. Last not least stellte der CHAINSTEP Partner Prostep AG das vielversprechende, vom BMWI geförderte, Projekt SAMPL-3D vor. SAMPL-3D hat das Ziel, die industrielle Fertigung im 3D-Druck über Blockchain-Technologie abzusichern und auch das Lizenzmanagement über Blockchain zu steuern. Hier ein Video, in dem der auf der HMI gezeigte Demonstrator erläutert wird:

Insgesamt war die HMI aus Blockchain-Sicht eine Enttäuschung. Während in anderen Ländern bereits emsig Erfahrungen mit Blockchain  gesammelt werden und die Politik die Relevanz der Technologie klar benennt, scheint die Industrie in Deutschland eher zurückhaltend zu sein und auch von den verantwortlichen politischen Stellen ist fast nichts zu hören zu dieser zukunftsweisenden Technologie. Nach unseren Recherchen hat erst im April 2017 überhaupt ein Ministerium der aktuellen Bundesregierung Blockchain Technologie erstmals in einer offiziellen Pressemitteilung erwähnt. Andere Länder, England, Niederlande, Dubai, USA… (die Liste ließe sich recht lange fortsetzen) sind hier deutlich weiter. Aber es gibt  auch Licht: auf der Seite der Förderung wurden in Deutschland bereits erste vielversprechende Blockchain-Projekte – wie z.B. das Innovationsforum Blockchain oder das oben erwähnte Projekt SAMPL 3D – gestartet.

 

Während der Fintech Week Hamburg (10.-14.10.16) hielt Florian Glatz, Software-Entwickler & Rechtsanwalt aus Berlin, den interessanten Vortrag „From Fax Machines to Fact Machines“. Die in meinen Augen wichtigsten Folien des Vortrages:

  • der Dreiklang aus knapper Ressource, ökonomischen Anreizen und freiem Wettbewerber ist eine wichtige Basis für die Crypto Economics
  • Design-Prinzipien: während Rechtsverträge versuchen Fehlentwicklungen zu antizipieren definieren Smart Contracts nur den „happy path“
  • Die Grenzen der Smart Contracts: die einem Vertrag zu Grunde liegenden Motive der Parteien kommen bestenfalls implizit zum Ausdruck

Auch auf die drei Perspektiven zur Regulierung am Ende des Vortrags möchte ich hinweisen. In der Galerie sind die wesentlichen Charts des Vortrages zusammengefasst.

 

 

Drei Monate nach Start des MIT Fintech Certificate Course „Future Commerce“ werden die Gewinner der „Capstone Projects“ – Themenschwerpunkt der zweiten Hälfte des Kurses – bekanntgegeben. Das mit Christoph Martin gemeinsam entwickelte Projekt „Community Token“ wurde von den MIT-Tutoren als eines der acht Top-Projekte aus über 200 Projekten ausgewählt. Hier der Link zum Explainer Video:

Explainer Video zum MIT-Gewinner-Projekt „Community Token“
von Christoph Martin und Frank Bolten

Weitere Informationen zum „Community Token“ Modell über das Kontaktformular.

Aus einem Brief von Alex Pentland, Professor MIT Media Lab:

“Congratulations on being one of only 8 Capstone Project finalist for th MIT Fintech Certificate Course in Future Commerce. You have distinguished yourself from a talented cohort of over 1,000 students… Your Capstone Project work has been exemplary… was selected because of its well-researched and well-presented final deliverables…”

 

Nachtrag 22. Oktober 2016

Heute wurde das offizielle Kurs-Zertifikat geliefert. Wie sich herausstellte, war damit direkt eine kleine Bastelstunde verbunden. Hier ein Eindruck von der Zusammensetzung der typisch amerikanischen Lieferung:

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Den folgende deutschsprachige Artikel habe ich mit der Zielsetzung verfasst, den an Blockchain interessierten Lesern:

  • einen Überblick zu geben, wie die Technik funktioniert
  • verschiedene Use-Cases vorzustellen
  • einige politische Rahmenbedingungen erläutern

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Artikel auf www.intelligente-welt.de „Blockchain – programmiertes Vertrauen“