Zum 2. COBILITY Workshop trafen sich diesmal 30 Teilnehmer, um über zwei konkrete Use Cases zu sprechen: „Intelligente Ladungsträger“ und „Gefahrgut-Transport“. Besonders spannend war die Vielfalt der beteiligten Unternehmen in der Gruppenarbeit.Die nächsten Schritte sind auch bereits definiert. Zum einen wird das Thema „Gefahrgut-Transport“ mit der Arbeitsgruppe des DSLV diskutiert, zum anderen haben die Teilnehmer der der Gruppe „Intelligente Ladungsträger“ festgestellt, dass es sinnvoll ist, die Kooperationspotenziale mit dem Palettenprojekt GS1 aus dem Jahr 2018 herauszufinden.

Nach diesem wichtigen Meilenstein beginnen wir nun mit der Weiterentwicklung der COBILITY-Organisation.

 

Im Jahr 2017 gab es einen regelrechten „Run“ auf Informationen zu Bitcoin und Blockchain, die Zahl der Suchanfragen stieg jeweils um mehrere 100 %. Der Wert aller Kryptowährungen – neben der mit Abstand führenden Kryptowährung Bitcoin gibt es noch über 1000 weitere Kryptowährungen – vervierzigfachte sich binnen Jahresfrist, nicht Wenige erinnerte dies an die Zeit des Goldrauschs im 19. Jahrhundert.

Inzwischen hat sich die Aufgeregtheit rund um die Kryptowährungen beruhigt, die zum Jahreswechsel 2017/2018 offensichtlich deutlich überhitzte Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen (Anfang Januar war dies ein Betrag von über 800 Milliarden USD) ist per Ende September 2018 auf einen Wert von etwas über 200 Milliarden USD zurückgegangen. Das mag nach einem echten Crash aussehen, aber zum einen ist der Markt der Kryptowährungen traditionell sehr volatil und zum anderen bedeuten diese 200 Milliarden USD immer noch eine Steigerung von mehr als 1.000 % gegenüber dem Wert von Anfang 2017.

Neben den Kryptowährungen rücken nun immer mehr die Möglichkeiten der den Kryptowährungen zugrunde liegenden Blockchain-Technologie in den Mittelpunkt des Interesses. Denn: mit der genialen Kombination von verschiedenen Technologien, die man heute Blockchain nennt, ist es möglich, direkt, ohne den Einsatz von Intermediären, Werte über das Internet von einem Punkt an einen anderen Punkt sicher zu übertragen. Und dies ist natürlich vor allem in der Geschäftswelt von hohem Interesse.

Bitcoin war die erste Applikation auf Blockchain-Technologie, inzwischen hat sich das Technologiefeld in einer extremen Geschwindigkeit weiterentwickelt und professionalisiert. Ein wichtiger Schritt für die Entwicklung des Technologiefeldes war der Launch von Ethereum im Jahr 2015. Durch sogenannte Smart Contracts werden erweiterte Möglichkeiten geboten, Geschäftsabläufe zu automatisieren und somit sicherer, schneller und effizienter zu gestalten.

Ethereum hat heute die mit Abstand größte Entwickler-Community, viele Unternehmen haben erfolgreich erste Tests und Prototypen abgeschlossen. Es ist zu erwarten, dass in den Jahren 2018/2019 die Zahl, der auf Ethereum-basierten Unternehmens-Anwendungen deutlich zunehmen.

Es gibt mehrere sehr vielversprechende weitergehende Entwicklungen im Blockchain-Bereich, die die heute noch bestehenden Herausforderungen der Blockchain-Technologie (u.a. Transaktionsvolumen und -geschwindigkeit) sukzessive lösen wollen. An dieser Stelle verzichten wir jedoch darauf, auf diese weiteren Entwicklung einzugehen.

Bitcoin und Ethereum sind sogenannte „öffentliche Blockchains“, auch „public blockchains“ genannt. Bei öffentlichen Blockchains existieren keine Zugangsbeschränkungen – jeder, der möchte, kann bei dem verteilten System Daten schreiben und lesen. Im englischen wird dies „permissionless“ – also ohne Zugangsbeschränkungen – genannt. Dieser Blockchain-Typ gilt als die sicherste Art Daten unveränderbar zu speichern.

Doch diese Öffentlichkeit wird für viele Geschäftsanwendungen abgelehnt, verständlicherweise soll eben nicht jeder sehen können, wer mit welcher Firma welche Geschäfte macht. Vor diesem Hintergrund wurde die Variante einer „Enterprise Blockchain“ (auch „private blockchain“ oder „permissioned blockchain“ genannt) entwickelt. Hierbei sind Zugangsregeln und Abläufe entsprechend der gewollten Abläufe festgelegt, es gibt also – anders als bei öffentlichen Blockchains – zentrale Entitäten, die das Regelwerk festlegen. Bei führenden Enterprise Blockchains, wie zum Beispiel Hyperledger, eine innerhalb der Linux-Foundation entwickelte Enterprise-Blockchain, gibt es auch die Möglichkeit Smart Contracts zu programmieren.

Für etliche Geschäftsabläufe reichen die Möglichkeiten der Enterprise Blockchain vollkommen aus, im Prinzip kann man mit derartigen Systemen Datenbestände sicher synchronisieren und Geschäftsabläufe automatisieren. Allerdings ist die Sicherheit dieser Enterprise Blockchains nicht auf dem selben hohen Niveau wie bei öffentlichen Blockchains.

Inzwischen wurden für die oben beschriebenen Anforderungen bezüglich Vertraulichkeit von Transaktionen sowie weiteren Unternehmens-spezifischen Voraussetzung für öffentliche Blockchains inzwischen sehr gute Lösung entwickelt. Des Weiteren sind die aufkommenden Möglichkeiten der sogenannten Token-basierten Ökonomie, bei der in öffentlichen Blockchain-Systemen verschiedenste Assets ein digitales Abbild auf Blockchain-System erhalten, mit Enterprise Blockchains vermutlich nicht im gleichen Umfang umsetzbar.  Es wird interessant sein zu erleben, welche der beiden Blockchain-Philosophien im Unternehmensumfeld welchen Anteil haben wird: die der klassischem Enterprise-Philosophie folgenden Enterprise Blockchains oder die Philosophie verteilter Strukturen und Netzwerke öffentlicher Blockchains.

In den wenigen Jahren, seitdem Bitcoin als erste Blockchain-Applikation das Licht der digitalen Welt erblickte (2009), wurden die Möglichkeiten und die Relevanz Blockchain-Technologien gerade für die Geschäftswelt immer besser verstanden. Nun sind wir in der Phase, dass gut verstanden werden muss, wie man derartige verteilte System am effektivsten einsetzen kann. Eins wird immer klarer: neben der verteilten Datenhaltung wird vermutlich der Weg zu einer verteilten Verantwortung ein solches System die meiste Kraft verleihen. in Zeiten fortschreitender Globalisierung wird Blockchain eine wichtige und vermutlich entscheidende Technologie sein um Kollaborationen in der Wirtschaft voranzubringen.

Am zweiten Tag der CeBIT 2017 fand das erste „CeBIT Blockchain Summit“ statt. Die ganztägige, kostenpflichtige Veranstaltung war sehr gut besucht – nach Aussage des Organisators wurden ca 140 Tickets verkauft. Das Knowhow des internationalen Publikums war recht unterschiedlich: einige Besucher hatten durchaus tiergehendes Blockchain-Wissen, andere waren auf dem Weg sich ein grundsätzliches Verständnis bezüglich Blockchain anzueignen. Es ist verständlich, dass es bei einer so heterogenen Zielgruppe schwierig ist, ein stimmiges Setup für eine derartige Veranstaltung zu finden.

Meines Erachtens nach würde es helfen, bei einem zukünftigen Summit Vorträge in logischen Segmenten anzubieten, z.B. strukturiert nach „Basics“, „Technologe“ und „Business“. Unabhängig davon war das erste CeBIT Blockchain Summit ein Erfolg. Eine gute Mischung von unterschiedlichen Experten bot interessante Vorträge (u.a. Meinhard Benn von Satoshi Pay, Sven Laepple von Astratum oder Fabian Vogelsteller von Ethereum), das Feedback der Zuhörer war durchweg positiv. Ich freue mich darauf zu erleben, wie sich dieses Format auf der CeBIT entwickelt.

Apropos CeBIT und Entwicklung: am Tag nach dem Blockchain Summit gab der CeBIT Chef Oliver Frese deutliche Änderungen beim CeBIT-Konzept bekannt: zukünftig wird die Veranstaltung aus den Bereichen Business, Konferenz und Festival bestehen. Auch der Termin wird geändert: nicht mehr März, zukünftig Juni. Hier finden Sie die offizielle Verlautbarung der Messegesellschaft. Ich freue mich darauf zu erleben, wie das Konzept CeBIT2018 konkret umgesetzt wird und welche Rolle Blockchain auf der CeBIT2018 spielen wird.

Anbei einige Impressionen von dem Summit und der CeBIT2018-Ankündigung. Schlussendlich noch ein Link zu meiner Präsentation anlässlich des CeBIT 2017 Blockchain Summits.

 

 

 

 

Wenige Tage vor Weihnachten hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) als Projektträger im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) zum „Fachgespräch Anwendungen Blockchain-Technologie“ ins Grenanderhaus am Alex in Berlin eingeladen. Professionell organisiert durch Matthias Kuom (DLR) sollte in einem kleineren Kreis von Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie Mitarbeitern des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) und des Projektträgers DLR über das Innovationspotential der Blockchain-Technologie diskutiert werden. Das verantwortliche Referat des BMWi möchte auch solche Veranstaltungsformate zur Meinungsbildung nutzen, welche Entwicklungsschritte notwendig sind bzw. gefördert werden sollten, um attraktive IKT-Lösungen für die Wirtschaft und insbesondere für den Mittelstand zu schaffen.

Zu Beginn durfte ich mit einem 15-minütigen Vortrag in das Thema Blockchain einführen (Präsentation s.u.), anschließend hatten alle aus unserem 7-köpfigen Experten-Gremium die Gelegenheit zu drei Themenkomplexen Kurzstatements abzugeben: „State of Play“, „Disruptives Potential“ und „Rolle des Staates“. Die weiteren Teilnehmer des Experten-Gremium waren (in alphabetischer Reihenfolge):

Raimund Gross (Innovation Manager Blockchain aus dem SAP Innovation Center Network)
Prof. Wolfgang Prinz (Stellv. Institutsleiter Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT)
Philipp Richard, Projekt-Direktor bei der Deutschen-Energie-Agentur GmbH (Dena)
Stefan Teis (SVP, Group Product & Business Development, Deutsche Börse AG sowie Mitglied im Verwaltungsrat des Hyperledger Projekts)
Stephan Zimprich (Partner bei der Kanzlei Fieldfisher sowie Leiter der Kompetenzgruppe Blockchain beim eco Verband)

Bei der abschließenden Diskussionsrunde haben noch weitere Experten einen aktiven Part übernommen. Kirsten Hasberg, Energieexpertin BlockchainHub Berlin, gab interessante Einblicke in Blockchain-baiserte Projekte im Markt der erneuerbaren Energien. Einer weiterer Experte war Dr. Martin Holland, als Mitglied der Geschäftsleitung der von PROSTEP AG u.a. Koordinator des interessanten Projektes SAMPL (Secure Additive Manufacturing Platform), das Sie hier finden können.

Ich habe im Laufe meines Berufslebens schon an einigen Veranstaltungen teilgenommen, die die Aufgabe hatten, den auf politischer Fachebene Verantwortlichen die Sichtweise von Wirtschaft und Wissenschaft zu relevanten technologischen Entwicklungen zu vermitteln. Das Fachgespräch „Anwendungen Blockchain-Technologie“ ragt hierbei eindeutig hervor: das gewählte Format (knappe Präsentation zur Einleitung, dann klar definierte Themenkomplexe zu denen gut ausgewählte Experten ihre Sichtweise darstellen und eine abschließende Diskussion) war sehr gut für das ja recht komplexe Blockchain geeignet. Und unser „Zielpublikum“ – die Fachebene aus dem BMWi sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projektträgers DLR – war gut vorbereitet und hat mit intelligenten Fragen für eine intensive Diskussion gesorgt.

Es wird sicher weitere Veranstaltungen zum Thema „Politik trifft Blockchain“ geben. Die vielschichtigen Aspekte der Blockchain-Technologie bergen enormes Potential, bei dem die Politik eine wichtige Rolle spielen kann und teilweise muss – sei es, wenn es um die regulatorische Rolle oder um die Rolle als Nutzer von Blockchain-Technologie geht.

 

 

 

Knapp sechs Monate nachdem mein einführender Artikel in die Blockchain-Technologie veröffentlicht wurde (hier geht es zu dem zugehörigen Post) habe ich eine kurze Erläuterung zu der Use Case Sektion auf dieser Seite geschrieben. In dem Artikel auf intelligente-welt.de können Sie einige Erläuterungen über die Struktur der Use Case Sektion lesen und erfahren, nach welchen Kriterien Sie die für Sie interessanten Projekte aus den inzwischen mehr als einhundert Einträge herausfiltern können. Hier der Link zu dem Artikel (nur in deutscher Sprache verfügbar).

 

 

Drei Monate nach Start des MIT Fintech Certificate Course „Future Commerce“ werden die Gewinner der „Capstone Projects“ – Themenschwerpunkt der zweiten Hälfte des Kurses – bekanntgegeben. Das mit Christoph Martin gemeinsam entwickelte Projekt „Community Token“ wurde von den MIT-Tutoren als eines der acht Top-Projekte aus über 200 Projekten ausgewählt. Hier der Link zum Explainer Video:

Explainer Video zum MIT-Gewinner-Projekt „Community Token“
von Christoph Martin und Frank Bolten

Weitere Informationen zum „Community Token“ Modell über das Kontaktformular.

Aus einem Brief von Alex Pentland, Professor MIT Media Lab:

“Congratulations on being one of only 8 Capstone Project finalist for th MIT Fintech Certificate Course in Future Commerce. You have distinguished yourself from a talented cohort of over 1,000 students… Your Capstone Project work has been exemplary… was selected because of its well-researched and well-presented final deliverables…”

 

Nachtrag 22. Oktober 2016

Heute wurde das offizielle Kurs-Zertifikat geliefert. Wie sich herausstellte, war damit direkt eine kleine Bastelstunde verbunden. Hier ein Eindruck von der Zusammensetzung der typisch amerikanischen Lieferung:

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Den folgende deutschsprachige Artikel habe ich mit der Zielsetzung verfasst, den an Blockchain interessierten Lesern:

  • einen Überblick zu geben, wie die Technik funktioniert
  • verschiedene Use-Cases vorzustellen
  • einige politische Rahmenbedingungen erläutern

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Artikel auf www.intelligente-welt.de „Blockchain – programmiertes Vertrauen“