Mehr als 300 Interessierte fanden sich Mitte Juni zur allerersten Blockchain-Konferenz DISTRIBUTE an der Bucerius Law School zusammen. CHAINSTEP war bei der „hands-on“-Veranstaltung als Sponsor und Vortragende bei der Premiere in der Hansestadt dabei.

Managing Partner Frank Bolten eröffnete nach der Keynote von Organisator Tobias Worzyk den Reigen von knapp 20 Vorträgen. Im Mittelpunkt seiner Präsentation stand die Frage, wie Produktionsprozesse mittels Blockchain sicher und nachvollziehbar gemacht werden können. Insbesondere der 3D-Druck bietet faszinierende Möglichkeiten, birgt aber auch viele praktische Herausforderungen. Im vom Bundeswirtschaftsministerum geföderten SAMPL-Projekt wird genau diesen Fragen nachgegangen, etwa: Welches industrielle Produkt braucht welches Sicherheitsmerkmal? Das nachfolgende Video liefert einen ersten Eindruck davon, wie Produktionsdaten mit Hilfe von Ethereum sicher, on demand, schneller und günstiger gedruckt werden können.

Lucas Cremer präsentierte etwas später dann mit METERIZE seine Vision von der Blockchain-Nutzung im Energiebereich. Bisher sehen sich Mieter einem Oligopool aus Herstellern und Ablesern gegenüber, in Deutschland beherrschen vier Firmen 80 Prozent des Marktes. Stattdessen könnten Endverbraucher und Produzenten irgendwann direkt Daten und Zahlungen austauschen. In einem Zwischenschritt will Cremer die Abrechnung pro Hauseinheit ermöglichen und die Verbräuche dann intern automatisiert zuordnen und begleichen. Nach seinem Vortrag erhielt der Prototyp am CHAINSTEP-Stand im Foyer regen Zulauf.

Blick auf den CHAINSTEP-Stand während der DISTRIBUTE.

Abgerundet wurde die gelungene Premiere von einer intensiven Paneldiskussion. Prof. Dr. Philipp Sandner (Frankfurt School of Finance), Dr. Michal Merz (Ponton) und Burkhard Blechschmidt (Cognizant) thematisierten unter Leitung von Tobias Worzyk vorallem die derzeitigen Hürden für schnelle praktische Blockchain-Anwendungen. Einerseits hätten Firmen wenig Interesse bestehende Cash-Cows durch die neue Technik abzuschaffen, andererseits steht der deutsche und europäische Datenschutz mit seinem „Recht auf Vergessen“ der u.a. auf Unveränderbarkeit und Transparenz basierenden Blockchain-Lösungen entgegen. Auch deshalb ist CHAINSTEP Teil des sich in Gründung befindlichen „Branchenverband Blockchain“, um rechtzeitig mit der Politik über diese und andere Fragen ins Gespräch zu kommen.