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Kunst und Blockchain -> SigniChain

Was unterschiedlicher nicht klingen könnte, wurde durch Kevin Westphal und Konstantin Graf von einer Idee zu einem Projekt. Im Rahmen des Innovationsprogramms für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen (IGP) fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie seit 2019 marktnahe nichttechnische Innovationen. KMUs werden im Rahmen der ersten IGP-Ausschreibungsrunde 2020 bei der Realisierung von Einzel-, Kooperations- und Netzwerkprojekten im Bereich datengetriebener Geschäftsmodelle unterstützt. CHAINSTEP hat sich an dieser Ausschreibungsrunde mit einem Einzelprojekt mit dem Titel SigniChain um eine Förderung beworben und wurde im Juni 2020 als ausgewähltes Unternehmen zur Vollantragsstellung aufgefordert.

Das Projekt SigniChain

Im Projekt SigniChain erprobt CHAINSTEP das Potenzial von sensorgestützter Kunstüberwachung mit Blockchainabsicherung. Die Kunstlogistik ist ein spezialisierter Zweig des Logistiksektors, der professionellen Transport und Lagerung von Kunst- und anderen Sammelobjekten unter atmosphärisch und sicherheitstechnisch überwachten Bedingungen anbietet. Wenn derzeit allerdings Sensordaten bei der Überwachung vom Logistikdienstleister erhoben werden, verbleiben sie auch beim Logistiker. Dabei bergen diese Daten das ungenutzte Potenzial, bei ansprechender Visualisierung Teil des Kundenerlebnis zu werden und in Gutachterverfahren, z.B. beim Wiederverkauf eines Kunstobjekts, eine Bewertungsgrundlage für den einwandfreien Zustand des Werks darzustellen. Nicht zuletzt könnte diese Datenbasis auch Vertrauen bei Kunstversicherungen schaffen. Häufig ist es die Versicherung, die dem Sammler ein geeignetes Kunstlager empfiehlt.

Der Lösungsansatz von SigniChain verfolgt eine ununterbrochene sensorische Überwachung von Kunstgegenständen und wertvollen Gütern mit verlässlicher Absicherung der gesammelten Daten in einer Blockchain über einen datensparenden, unverfälschlichen “Fingerabdruck” des Datensatzes. Sensoren am Kunstwerk selbst registrieren laufend Erschütterungen, atmosphärische Bedingungen, Standort und viele weitere Daten nicht erst im Lager, sondern schon ab dem Zeitpunkt, in dem die Sammlerin ihr Wertobjekt aus den Händen gibt. Digitale Signaturen sorgen für eine manipulationssichere Übertragung der Daten an die Besitzerin. Warnmeldungen im Fall von kritischen Messwerten werden nicht nur an den Besitzer des Kunstwerks gesendet, sondern auch umgehend in der Blockchain dokumentiert. So entsteht über die Lagerungszeit ein fälschungssicheres Zeugnis in der Blockchain, mit dem beim Weiterverkauf die fachmännische Lagerung belegt werden kann.

SigniChain auf dem Kunstmarkt

Im Laufe der letzten Dekade hat sich der Kunstmarkt zunehmend digitalen Geschäftsmodellen geöffnet. Die Kunstlogistik blieb bis zuletzt allerdings hinter diesem Trend zu digitalen Angeboten zurück. Zwar gibt es in Teilbereichen durchaus etablierte digitale Systeme, beispielsweise zur Verwaltung und Archivierung von Kunstsammlungen, die aber unabhängig vom Hauptakteur in diesem Bereich, dem Logistiker, nur vom Sammler genutzt werden. Ähnlich ist auch die sensorgestützte Überwachung von Lagerräumen und Transportwagen verbreitet, jedoch nur als lokale Sicherheitsmaßnahme der Logistikerin.

CHAINSTEP ist mit SigniChain bereits auf Interesse bei namhaften Akteuren in der Kunstlogistik gestoßen und plant, im Rahmen einer IGP-Förderung nicht nur eine detaillierte Ausarbeitung des Geschäftsmodells, sondern auch eine prototypische Implementierung bei einem international renommierten Kunstlogistiker.

Beitrag von Kevin Westphal

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